Warum ist das Zink-Kupfer-Verhältnis bei einer Supplementierung so wichtig?

visibility1117 x angeschaut comment0 comments person Geschrieben von: Therese Schwalenberg list In: Mineralstoffe & Spurenelemente

Im letzten Jahr wurde aufgrund von Corona oftmals über die Supplementierung von Zink zur Aufrechterhaltung eines normalen Immunsystems gesprochen. Während Zink einen positiven Einfluss auf das Immunsystem haben kann und bei vielen Reaktionen im Körper eine Rolle spielt, kann eine überhöhte Aufnahme jedoch zu einem Kupfermangel führen. Was der Grund dafür ist und in welchem Verhältnis die beiden Spurenelemente zueinander stehen, erklären wir euch hier.

Welche Aufgaben hat Zink im Körper und warum ist es so wichtig?

Zink ist einer der wichtigsten Vitalstoffe im menschlichen Körper und an zahlreichen Reaktionen beteiligt. Momentan sind um die 50 enzymatische Reaktionen bekannt, an denen Zink maßgeblich mitwirkt.

Die Aufgaben, bei denen Zink eine Rolle spielt, sind so unterschiedlich wie sie nur sein können. So trägt Zink sowohl zu einer normalen DNA-Synthese wie auch zur Erhaltung normaler Haare und Nägel bei. Des weiteren ist es an einer normalen Eiweißsynthese, einem normalen Stoffwechsel von Makronährstoffen und einem normalen Fettsäurestoffwechsel beteiligt. Wie schon gesagt, leistet Zink zudem einen großen Beitrag zu der normalen Funktion des Immunsystems und hilft die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen, was seit Corona ein wichtiger Punkt in unserem Alltag geworden ist.

Wie viel Zink sollte ich täglich aufnehmen und in welchen Lebensmitteln kann ich es finden?

Zink ist sehr wichtig für den Körper und sollte daher nicht vernachlässigt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt einen täglichen Verzehr zwischen 10 und 16 mg je nach Geschlecht und Alter. Die Empfehlungen wurden aufgrund des Zinkgehalts in Lebensmitteln und dem durchschnittlichen Absorptionsverlust im Magen-Darm-Trakt berechnet. Da die Absorption von Zink von der Aufnahme von Phytat abhängt, ist auch eine ausreichende Aufnahme von Phytat für die Zinkabsorption entscheidend.

Phytat ist besonders reichlich in Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten enthalten, während Fisch, Obst und Gemüse gute Quellen für Zink darstellen.

Was passiert bei einem Überschuss von Zink im Körper?

Generell ist eine toxische Wirkung von Zink sehr gering und es sind kaum Nebenwirkungen bekannt. Gelegentlich wurde von Übelkeit, Erbrechen und Durchfall berichtet. Die meisten Symptome bei einem Überschuss von Zink gehen daher auf den Mangel an Kupfer zurück.

Kupfer ist mir nur aus dem Baumarkt bekannt. Wofür benötige ich es im Körper?

Kupfer ist im menschlichen Körper an vielen Elektronenübertragungen beteiligt, weshalb es vielen Enzymen als Cofaktor dient. Es trägt z.B. zu einem normalen Energiestoffwechsel bei, da es an der Erzeugung von ATP in den Mitchondrien beteiligt ist. Zudem kann es durch die Abwehr von Sauerstoffradikalen die Zellen vor oxidativem Stress schützen. Durch seinen Einfluss bei der Synthese von Melanin und Katecholaminen trägt es zu einer normalen Haut- und Haarpigmentierung bei. Des weiteren ist es für die Erhaltung von normalem Bindegewebe und einen normalen Eisentransport im Körper mitverantwortlich.

Anhand dieser vielfältigen Aufgaben sieht man, welche große Bedeutung Kupfer in unserem Organismus hat. Eine ausreichende Aufnahme ist daher nicht zu unterschätzen.

Wie kann ich Kupfer am besten aufnehmen und was sind die Richtwerte, an die ich mich halten sollte?

Im Körper kann man insgesamt 100 mg Kupfer finden. Am meisten kommt das Spurenelement in den Knochen, gefolgt von Muskulatur, Leber und Gehirn, vor. Um einen optimalen Status von Kupfer im Körper vorweisen zu können, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) einen Verzehr von 1 bis 1,5 mg pro Tag.

Da Kupfer in sehr vielen Lebensmitteln vorhanden ist, ist eine Unterversorgung sehr unwahrscheinlich. Das meiste Kupfer ist jedoch in Innereien, Fleisch, Krustentieren, Getreide, Obst und Gemüse vorhanden.

Was passiert bei einem Kupfermangel?

Ein Kupfermangel kommt, aufgrund des hohen Vorkommens des Spurenelements in Nahrungsmitteln, äußerst selten vor. Eine hohe Zinkaufnahme kann jedoch zu einer geringen Kupferaufnahme und damit zu einer Unterversorgung führen. Die Symptome bei einem Mangel sind sehr vielfältig, jedoch sind am ehesten neurologische Symptome, wie Störungen der Sensibilität oder Abschwächungen der Reflexe zu nennen.

Warum ist die Aufnahme beider Spurenelemente zusammen so wichtig?

Zink und Kupfer beeinflussen sich gegenseitig im Körper. Daher bringt ein Zuviel des einen und ein Zuwenig des anderen unseren Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht. Ein optimales Zink Kupfer Verhältnis ist daher sehr wichtig für unseren Körper.

Wenn durch eine Supplementation zu viel Zink aufgenommen wird, wird im Darm ein Kupfer-bindendes Protein gebildet. Dieses Protein bindet allgemein Metalle, hat aber eine besonders hohe Affinität zu Kupfer. Daher wird das im Darm vorhandene Kupfer vor anderen Metallen gebunden und in die Darmzellen eingeschlossen. So wird ihre Absorption durch die Darmschleimhaut verhindert und das Kupfer verweilt weiterhin im Darm.

Dieser Vorgang kann nicht durch eine normale bzw. empfohlene Zinkaufnahme hervorgerufen werden. Es müssen dafür größere Mengen an Zink verzehrt werden. Ein Kupfermangel würde sich dann hauptsächlich durch neurologische Störungen äußern. Es kann jedoch z.B. auch zu einem Eisenmangel kommen.

Um dieser Unterversorgung vorzubeugen, sollte jedes Zink-Supplement je nach Höhe der Dosierung die äquivalente Menge an Kupfer enthalten. Zur Deckung der durchschnittlichen Empfehlung der Bevölkerung, um einen ausreichenden Status beider Spurenelemente aufrecht zu erhalten, ist ein Supplement mit 15 mg Zink und 1 mg Kupfer optimal geeignet.

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